Insights & Lösungen

Podiumsdiskussionen & Workshops

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Über das Projekt

Die Veranstaltungsreihe von Lingoda GmbH und IOM - UN Migration findet seit 2022 statt. Gemeinsam schaffen wir unter dem Leitthema "Newcomers in Germany and their perspectives in the German job market" einen Raum für ehrlichen Austausch und zukunftsorientierte Lösungen.

In den vergangenen zwei Jahren haben wir in insgesamt neun Panels die kritischsten Hürden der Arbeitsmarktintegration beleuchtet.

Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Erkenntnisse und eine Zusammenfassung aller Veranstaltungen.

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Laden Sie sich eine detaillierte Zusammenfassung der 10. Podiumsdiskussion kostenlos herunter:

Die wichtigsten Erkenntnisse in Kürze

Bürokratischer Abbau & beschleunigte Anerkennung

Die oft langwierigen, komplexen Visa- und Anerkennungsverfahren für ausländische Bildungs- und Berufsabschlüsse stellen eine der größten Hürden für den deutschen Arbeitsmarkt dar. Fachkräfte werden häufig unter ihrem Qualifikationsniveau eingesetzt (z. B. als Pflegehelfer:in statt als Fachkraft). Es braucht vereinfachte administrative Wege und proaktive Pre-Integration bereits im Heimatland.

Anerkennung der psychischen Gesundheit (MHPSS) & psychosozialen Sicherheit

Integration ist nicht nur ein administrativer oder sprachlicher Prozess, sondern eine emotionale Reise. Psychisches Wohlbefinden ist sowohl Voraussetzung als auch Resultat erfolgreicher Arbeitsmarktintegration. Niedrigschwellige, community-basierte Angebote zur mentalen Gesundheit, Orientierung und Stressbewältigung sind essenziell für nachhaltiges Ankommen.

Fokus auf Migrantinnen & ganzheitliche Familienintegration

Frauen stehen vor spezifischen Hürden wie fehlenden Netzwerken, Kinderbetreuung, gesellschaftlichen Stereotypen oder isolierenden Rollenbildern. Programme müssen gezielt Frauen stärken (z. B. Match Talent for Women, Mentoring) und die gesamte Familie mitdenken (z. B. Perspektiven für Nachzugs-Ehepartner), damit eine langfristige Bindung an den Standort gelingt.

Integration als gegenseitiger Prozess (Zwei-Wege-Ansatz & Kulturelle Intelligenz)

Integration gelingt nur, wenn sich auch die Aufnahmegesellschaft und der Arbeitsmarkt öffnen. Unternehmen und Institutionen müssen ihre interkulturelle Kompetenz (CQ) und Diversität ausbauen, Vorurteile abbauen und eine echte Willkommenskultur schaffen, anstatt Anpassung nur von den Migrant:innen zu erwarten.

Schaffung von Sichtbarkeit, Netzwerken & Vorbildern (Communities)

Der Aufbau eigener Support-Netzwerke, Mentoring-Systeme und Räume zum Austausch fördert das Zugehörigkeitsgefühl und das Selbstbewusstsein. Zudem ist es entscheidend, das Bild qualifizierter Migrant:innen in der Öffentlichkeit positiv zu prägen und Erfolgsgeschichten sichtbar zu machen.

Gezielte Kompetenzförderung & sektorübergreifende Allianzen

Neben dem Erwerb der deutschen Sprache sind praxisnahe Weiterbildungen (z. B. in IT/Digitalem oder Pflege) sowie Finanzkompetenz (Financial Literacy) Schlüssel zur gesellschaftlichen Selbstständigkeit. Dies erfordert eine enge und koordinierte Zusammenarbeit zwischen Politik, Privatwirtschaft, NGOs und Diaspora-Organisationen.

Alle Veranstaltungen
& Key Takeaways auf einen Blick

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft haben wir die drängendsten Fragen rund um die Arbeitsmarktintegration von Neuzugewanderten in Deutschland beleuchtet.

Von bürokratischen Hürden über die Relevanz mentaler Gesundheit bis hin zur gezielten Förderung von Migrantinnen: Die folgenden Zusammenfassungen bieten einen kompakten Einblick in die Diskussionsergebnisse, Praxisbeispiele und Lösungsansätze der einzelnen Events.

 

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Kick-start of Lingoda – IOM Collaboration | 11. Oktober 2022

Die Auftaktveranstaltung markierte den Startschuss für die Bildung eines sektorenübergreifenden „Thought Leadership Teams“, das sich regelmäßig über Herausforderungen und Lösungen bei der Arbeitsmarktintegration von Migrant:innen in Deutschland austauschen soll. Lingoda nutzte den Rahmen mit Vertretern verschiedener Botschaften, Verbände und Forschenden, um den staatlich geförderten Bildungsgutschein vorzustellen. Dieser ermöglicht Migrant:innen die Teilnahme an 6- bis 12-monatigen Sprach- und Qualifizierungskursen in zukunftsträchtigen Berufsfeldern wie IT oder Gesundheit.

In den Diskussionen wurden zentrale Hürden für den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt identifiziert. Schwerpunkte bildeten der Abbau von Integrationsbarrieren für Personen mit geringer Alphabetisierung trotz praktischer Fähigkeiten, Maßnahmen gegen den Fachkräfteschwund (Brain Drain) in den Herkunftsländern sowie die Notwendigkeit strategischer Partnerschaften mit der Politik, um restriktive Visabestimmungen und bürokratische Hürden abzubauen.

Employability in the Healthcare Sector | 07. Dezember 2022

Diese Ausgabe widmete sich dem drängenden Fachkräftemangel im deutschen Pflegesektor, in dem bis 2030 voraussichtlich rund 500.000 Pflegekräfte fehlen werden. Best Practices wie die Initiative „Match-Pflege“ zeigten auf, wie die Zuwanderung durch Sprachkurse im Heimatland und anschließende Anpassungsqualifizierungen gelingen kann. Ein wiederkehrendes Problem stellt jedoch die schleppende Anerkennung von ausländischen Abschlüssen dar, durch die hochqualifizierte Fachkräfte häufig weit unter ihrem Niveau als Pflegehelfer:in eingestuft werden.

Darüber hinaus wurden administrative Verzögerungen – wie zweijährige Wartezeiten auf Visatetermine – und die Notwendigkeit von Perspektiven für nachziehende Familienangehörige kritisiert. Auch die Vorliebe vieler Fachkräfte für englischsprachige Zielländer sowie unzureichende Schulplätze für Migrant:innenkinder erschweren die Bindung internationaler Talente an den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Newcomers in Germany and Their Perspectives on the German Job Market | 22. Februar 2023

Im Zentrum dieser Diskussionsrunde stand die Verbesserung des Informationsflusses und der rechtlichen Orientierung für Neuankömmlinge. Ziel ist die Erstellung von mehrsprachigem Informationsmaterial für Botschaften und Communities – insbesondere zu neuen rechtlichen Entwicklungen wie dem Chancenaufenthaltsrecht. Zudem wurde betont, dass zielgerichtete Informationen sowohl Personen vor der Einreise als auch bereits in Deutschland lebende Migranten und marginalisierte Gruppen erreichen müssen.

Als Lösungsansätze wurden die Reduzierung bürokratischer Hürden, die Förderung zirkulärer Migration zur Vermeidung von „Brain Drain“ sowie die Schaffung einer zentralen, mehrsprachigen Informationsplattform diskutiert. Die gebündelten Erkenntnisse aller bisherigen Panel-Diskussionen sollten im Nachgang aufbereitet und relevanten Regierungsvertretern zur Verfügung gestellt werden.

Match Talent for Women | 05. September 2023

Diese Veranstaltung stellte digitale Bildungsangebote und Informationsplattformen für die Zielgruppe der Migrantinnen in den Fokus, darunter die Initiativen Kiron, Lingoda und Handbook Germany. Handbook Germany erreicht Neuzugewanderte über eine Community-Plattform in neun Sprachen, auf der Fragen zu Arbeitsrechten und Qualifikationsanerkennung beantwortet werden. Kiron nutzt soziale Medien und regionale Büros, um geflüchtete Menschen mit zertifizierten Bildungs- und Inklusionskursen zu erreichen.

In der Debatte wurde hervorgehoben, dass der Abbau von Arbeitskräftemangel eine Öffnung der Gesellschaft erfordert. Arbeitsmarktintegration muss als wechselseitiger Prozess verstanden werden: Unternehmen profitieren ökonomisch von Diversität durch höhere Leistungsfähigkeit und Mitarbeiterbindung, müssen jedoch aktiv eine inklusive Unternehmenskultur fördern und Diskriminierung abbauen.

Migrant Women in the German Job Market | 01. Februar 2024

Die von IOM und Match Talent organisierte Konferenz befasste sich mit den spezifischen Hürden von Migrantinnen beim Eintritt in den deutschen Arbeitsmarkt. Präsentationen von Match Talent for Women und der ReDI School zeigten auf, dass viele Frauen neben sprachlichen Defiziten vor allem unter fehlenden Netzwerken, Isolation und Unkenntnis über den deutschen Arbeitsmarkt leiden. Ganzheitliche Ansätze mit praktischer Unterstützung wie Kinderbetreuung vor Ort erweisen sich hier als besonders wirksam.

Als Schlüssel zu nachhaltiger Integration wurden die engere Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Migrantenorganisationen sowie Formate wie Mentoring, Jobmessen und gezielte Vorqualifizierungen identifiziert. Zudem gelte es, traditionelle Geschlechterrollen und Diskriminierung zu bekämpfen, um den Frauen das Einleben zu erleichtern und Qualifikationsadäquanz bei der Jobsuche zu erreichen.

Enhancing Labour Market Integration for International Talent | 23. Mai 2024

Der Workshop beleuchtete Lösungsansätze, wie das Potenzial internationaler Talente trotz bestehender bürokratischer und rechtlicher Barrieren genutzt werden kann. Präsentierte Best Practices von DHL, der Jobplattform Workeer sowie der Cisco Networking Academy verdeutlichten, wie Unternehmen durch eigene Recruiting-Plattformen, flexible IT-Weiterbildungen und gezieltes Upskilling erfolgreich Geflüchtete und Migranten einbinden und hohe Bindungsraten erzielen.

Die Teilnehmenden forderten mehr Transparenz von Unternehmen bezüglich Sprachanforderungen sowie flexiblere, kostenfreie Lernangebote. Um psychosozialem Stress durch Unsicherheit entgegenzuwirken, wurden langfristige Arbeitsverträge, Aufklärungsworkshops zu Arbeitsrechten und der Ausbau von Mentoring- und Support-Netzwerken als essenzielle Schritte empfohlen.

Bridging Gaps: Integration and Empowerment of Migrant Women | 26. November 2024

In einem interaktiven Workshop lag der Fokus auf kultureller Intelligenz (CQ) und psychosozialer Unterstützung (MHPSS) für Frauen. Nancy Bravo betonte in ihrer Keynote, dass kulturelle Intelligenz auf Beziehungs- und Unternehmensseite entscheidend ist, um das Potenzial hochqualifizierter Migrantinnen zu nutzen und Vorurteile abzubauen. IOM Polen ergänzte die Debatte um die Erkenntnis, dass mentale Gesundheit sowohl Voraussetzung als auch Ergebnis erfolgreicher Erwerbsarbeit ist.

In Kleingruppen wurden Lösungsansätze erarbeitet: Dazu gehören Pre-Integration-Maßnahmen vor der Abreise, Mentoring- und Buddy-Systeme in Unternehmen, die Bereitstellung sicherer Lernräume sowie die aktive Medienarbeit zur Veränderung des gesellschaftlichen Narrativs über Migrantinnen. Integration wurde erneut als gesamtgesellschaftliche Aufgabe definiert, die auch die Aufnahmegesellschaft in die Pflicht nimmt.

Empowering Migrants Through Financial Literacy | 03. Juni 2025

Diese Edition thematisierte Finanzkompetenz als zentralen Baustein für Unabhängigkeit, Stabilität und gesellschaftliche Teilhabe von Neuzugewanderten. Da das deutsche Finanz- und Bankensystem oft als hochgradig komplex empfunden wird, ging es um den praktischen Erwerb von Wissen rund um Kontoeröffnungen, Budgetplanung, Kredite und die Voraussetzungen für eine berufliche Selbstständigkeit.

Die Teilnehmenden forderten die Bereitstellung mehrsprachiger Informationsressourcen und eine stärkere Kooperation zwischen Finanzdienstleistern, NGOs und Integrationsakteuren. Als zentrales Ergebnis wurde festgehalten, dass Finanzkompetenz als feste Säule in bestehende Integrationsangebote in Deutschland eingebunden werden muss.

Beyond Arrival: Mental Health in the Migration Journey | 18. November 2025

Die Abschlussveranstaltung rückte die Bedeutung psychosozialer Gesundheit (MHPSS) über den gesamten Migrationsprozess hinweg in den Mittelpunkt. Migration bringt häufig emotionale Belastungen durch Familientrennung, rechtliche Unsicherheiten und Orientierungslosigkeit mit sich. Vier Praxisprojekte zeigten auf, wie niedrigschwellige und community-basierte Angebote vor und nach der Ankunft Schutzräume schaffen und die Resilienz von Neuankömmlingen stärken.

Die Diskussionen unterstrichen, dass nachhaltige Integration nicht bei Sprachkursen oder Arbeitsverträgen aufhört, sondern das emotionale Wohlbefinden der gesamten Familie einschließen muss. Eine koordinierte Zusammenarbeit aller Akteure ist notwendig, um Versorgungslücken im Bereich der mentalen Gesundheit zu schließen und echte Zugehörigkeit zu ermöglichen.

10th Panel Discussion: Sustainable Pathways and Vocational Education for International Talent | 10. März 2026

Die zehnte Ausgabe der Veranstaltungsreihe von IOM, Lingoda und Match Pflege widmete sich nachhaltigen Ausbildungswegen und fairen Migrationspfaden für internationale Talente. Im Fokus stand unter anderem die Vorstellung von Pilotinitiativen wie dem PAVE-Projekt, das jungen Menschen aus Herkunftsländern wie Kolumbien sichere, reguläre Qualifizierungswege für eine Berufsausbildung im deutschen Pflegesektor eröffnet. In Vorträgen und Best-Practice-Präsentationen wurde beleuchtet, wie eine strukturierte Vorbereitung vor der Abreise (Pre-Departure) in Kombination mit gezielter Sprachförderung bis zum B2-Niveau und fachlicher Begleitung den Übergang in den deutschen Arbeitsmarkt maßgeblich erleichtert.

In den anschließenden Diskussionsrunden betonten die Teilnehmenden, dass Ausbildungsmigration nur dann nachhaltig gelingt, wenn Betrieb, Aufnahmegesellschaft und internationale Talente eng zusammenarbeiten.

Schwerpunkte bildeten dabei der Ausbau von Schulungen zur sprachbewussten Kommunikation in Pflegesteams, interkulturelle Trainings für Arbeitgeber sowie der Abbau bürokratischer Hürden bei Aufenthalts- und Ausbildungsbestimmungen. Nur durch eine ganzheitliche Begleitung – von der Rekrutierung und der sozialen Integration bis hin zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss – könne dem Fachkräftemangel ethisch und langfristig begegnet werden.